Mai 18, 2013

Der Pflege geht das Personal aus

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Ich habe gerade einen Interessanten Bericht gelesen über den Fachkräftemangel in der Pflege,was ja nicht nur Bochum betrifft sondern in ganz Deutschland inzwischen so ist. Der Beruf wird leider für die Jugendlichen immer uninteressanter,man hat Schichtdienst (Früh,Spät,Nacht),die Bezahlung ist sehr unterschiedlich das kann von 1000€ netto bis 1700€ netto gehen,kommt halt immer drauf an wo man gerade einen Job findet. 1000€ bekommt man oft in privaten Altenheimen,1500€-1700€ in guten Krankenhäusern. Man arbeitet teilweiße 10-12Tage am Stück auch an Feiertagen und Wochenenden und hat dann ein-bis zwei Tage Frei,wenn kein Kollege krank wird. Und weil das nicht genug ist,bekommt man oft nur Zeitverträge und keine unbefristeten Verträge,wer hat da heute noch Lust dazu? Jeder möchte geregelte Arbeitszeiten,einen unbefristeten Vertrag und natürlich an Feiertagen und Wochenenden frei haben. Na ja zum Glück gibt es ja auch noch viel positives, man bekommt sehr viel von den Patienten zurück,oft sieht man strahlende Gesichter wenn man ins Zimmer kommt und man sich auch mal Zeit für die Patienten nimmt,denn die haben es ja schon schwer genug.Mir gefällt es sehr gut das man noch was bewirken kann und auch tolle Ergebnisse sieht z.B. Wunde geht zu usw. Man hat viel mit Menschen zu tun,die unterschiedlicher nicht sein könnten und das macht Spaß. 🙂 Vielleicht überlegt sich der eine oder andere doch noch ob er es mal ausprobiert und zum Beispiel eine Probewoche macht in einem Krankenhaus,Altenheim.Ich kenne zum Beispiel einige Zivis,Fsjler, die nach ihrer Zeit als Praktikant/Helfer  in die Pflege gegangen sind,weil sie es so toll fanden. So und nun der Bericht von der Zeitung.

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Der Bedarf an Altenpflegern steigt rasant. Das Interesse an dem Beruf nimmt ebenso rapide ab. Folge: ein Fachkräftemangel in weiten Teilen der Pflege. WAZ-Redakteur Jürgen Stahl sprach mit Ludger Wolterhoff, Leiter der Agentur für Arbeit.

Im Rahmen der WAZ-Themenwoche beklagen die Bochumer Pflegeeinrichtungen einen steigenden Personalmangel. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?

Ludger Wolterhoff: In den Krankenhäusern ist die Stellenbesetzung schwierig, gelingt vor allem durch die eigene Ausbildung aber in der Regel noch. In den Altenheimen sieht es schon weitaus schlechter aus. In der ambulanten Pflege ist der Mangel am größten. Würde sich eine examinierte Altenpflegerin arbeitslos melden, bräuchte es drei Telefonate und sie hätte sofort wieder einen Job.

Wie reagiert die Arbeitsagentur?

Wolterhoff: Mit einer Qualifizierungsoffensive. Am „Runden Tisch Pflege“ stimmen wir unser Vorgehen mit Vertretern der Einrichtungen und Bildungsträger ab. Alle Erwerbslosen, die für eine Umschulung infrage kommen, werden zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Geld ist ausreichend vorhanden. Unser Ziel ist es, aus dem Klientel der Arbeitslosen mehr Menschen für einen Pflegeberuf zu gewinnen.

Mit welchem Erfolg?

Wolterhoff: Das Interesse ist anfangs durchaus groß. Allerdings muss sich jeder hinterfragen, ob er den hohen körperlichen und seelischen Anforderungen in der Altenpflege gerecht wird. Diese Sorge haben viele. Der Trichter wird dann sehr schnell sehr viel enger. Wir drängen auch niemanden. Das würde wenig Sinn machen. Sinnvoll sind Praktika, um die Arbeit kennenzulernen.

Gibt es eine Zielvorgabe?

Wolterhoff: Wir möchten in diesem Jahr in Bochum und Herne 25 Umschulungen erreichen. Das Jobcenter (zuständig für Hartz IV-Bezieher, die Red.) plant 35 Qualifizierungen.

Das reicht bei Weitem nicht aus, um den Bedarf in der Pflege zu decken.

Wolterhoff: Natürlich sind auch die Arbeitgeber gefordert. Viele haben reagiert und Teilzeitmodelle entwickelt, die vor allem Berufsrückkehrerinnen entgegenkommen. Man muss über Teilzeitausbildungen nachdenken. Und was spräche dagegen, die zeitaufwändigen Dokumentationen von anderen Berufsgruppen vornehmen zu lassen?

Was ist mit der Bezahlung? Eine Vollzeitkraft verdient netto mitunter nicht mehr als 1300 Euro.

Wolterhoff: Die Wahrnehmung ist, dass der Pflegeberuf finanziell wenig attraktiv ist – und das bei steigenden Anforderungen. Keine Frage: Die gesellschaftliche Wertschätzung für diesen Beruf muss höher werden – und damit auch die Vergütung.

Rückstufungen des MDk verschärfen Personalsituation

Der Fachkräftemangel gefährdet die Qualität in der Pflege. Die ambulanten Dienste haben deshalb 2012 eine Ausbildungsumlage eingeführt. Jeder zahlt ein, jeder soll ausbilden. „Sehr sinnvoll“, meint Diakonie-Chef Reinhard Quellmann (150 Mitarbeiter, 400 Patienten): „Allein um den Bestand zu halten, müsste bis 2020 jeder fünfte Berufsstarter in die Pflege gehen. Wir müssen die Jugend gewinnen. Sonst droht der Kollaps!“

Der Alltag in den Einrichtungen spricht eine andere Sprache. „Wir werden für gute Arbeit bestraft“, ärgert sich Barbara Storck, Leiterin des Pflegeheims Graf-Adolf-Straße. Immer wieder nehme der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) Rückstufungen der Pflegestufen vor. „Das betrifft vor allem demente Bewohner, deren Zustand sich durch die feste Tagesstruktur verbessert hat. Die Menschen berappeln sich, werden vom MDK erneut begutachtet und zurückgestuft. Das kann von 3 auf 0 gehen“, schildert Barbara Storck.

Die Personalschlüssel hängt von den Pflegestufen ab. Beispiel: Bei Stufe 2 ist eine Pflegekraft für 2,5 Bewohner da, bei Stufe 1 muss sie acht Bewohner versorgen. Folge: Durch die Rückstufungen müssen Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Druck auf die verbleibenden Mitarbeiter nimmt weiter zu.

HSG startet Pflege-Bewerbungen

Keine rosigen Bedingungen, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Das spürt auch die Hochschule für Gesundheit (HSG). Für den Bachelor-Studiengang Pflege verzeichnet die Hochschule für Gesundheit seit ihrem Start im Jahr 2010 die mit Abstand geringsten Bewerberzahlen. „Dabei verschaffen sich junge Menschen damit hervorragende berufliche Perspektiven“, betont Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs.

In diesen Tagen ist das Pflege-Bewerbungsverfahren für das Wintersemester angelaufen (www.hs-gesundheit.de). Am 28. Mai richtet die HSG einen Info-Abend ein.

Jürgen Stahl Redakteur von WAZ

http://www.derwesten.de

 

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